Kompost

Kompostieren für Anfänger

Für unseren “kleinen” Naschbalkon ist es schwierig einen richtigen Komposthaufen auf dem Balkon anzulegen – dennoch werde ich hier auf das Thema eingehen, denn es ist sicherlich interessant für alle, die eine Terrasse, ein Hochbeet, einen kleinen Schrebergarten, oder auch einen geschützen, gepflasterten Innenhof ihr eigen nennen und vielleicht eine kleine Ecke haben, wo man einen eigenen Komposthaufen anlegen kann. Wenn es richtig gemacht wird, stinkt es auch nicht.

Aber für alle, die “nur” einen Balkon haben, gibt es auch eine fantastische Möglichkeithervorragenden Humus  selbst herzustellen und nebenbei auch seine eigenen Abfälle somit zu verwerten. Das wird unter dem Thema “Wurmkompost” ausführlich vorgestellt und erklärt.

Nun, zunächst aber erst einmal zum “herkömmlichen” Kompost. Für den Komposthaufen eignet sich am besten ein halbschattiger Standort. Kompostbehälter gibt es in unzähligen Größen, Formen, Farben und auch Materialen in jedem Garten-/Pflanzencenter, bzw. auch online zu kaufen.  Wer ein bisschen geschickt ist, kann ihn auch selber aus stabilen Holzbrettern bauen. Man sollte hier aber nur Holz verarbeiten, welches frei von irgendwelchen Chemikalien ist.

Habe aber auch schon mal gelesen, dass es Gemeinden gibt, die Kompostbehälter sogar kostenlos zur Verfügung stellen … also, bevor man kauft, vielleicht erst mal bei der Stadtverwaltung informieren, vielleicht gibt es ja genau in deiner Stadt/Gemeinde diese Möglichkeit.

Wichtig ist, dass er rundherum viele “Luftlöcher” hat und unten offen ist, d.h. zum Boden direkten Kontakt hat. Nun kommt unten eine Schicht grobe Abfälle in den Behälter/in das Kompostgestell, so etwa 20 cm, zerkleinerte Äste, Sträucher, usw. als Drainage.  Darüber gibt man dann z.B. Rasenschnitt (getrocknet und nur eine ganz dünne Schicht) oder auch Laub. Als nächstes gibt man ein bisschen Erde drüber und dann z.b. organische Küchenabfälle und dazu Kompostzusätze wie Stein-, Horn- oder Knochenmehl. All diese Stoffe beschleunigen den Kompostierungsprozeß und sorgen für einen “besseren” Kompost. Schicht für Schicht wird so der Komposthaufen angelegt, bis der Behälter voll ist bzw. der Komposthaufen seine gewünschte Größe erhalten hat. Oben sollte er mit einer gelöcherten Plane oder Folie abgedeckt werden falls kein Deckel vorhanden ist, damit er nicht so schnell austrocknet.

Wann ist mein Kompost “fertig”?

Tja, das liegt ein bisschen daran, wie fleissig du bist und wie schnell du ihn benötigst.

Als Faustregel kann man sagen, ca. 1 Jahr dauert es, wenn du ihn nie wendest, bist er gebrauchstfertig ist.

Wenn du es aber eilig hast, und schnell Kompost haben möchtest, bzw. brauchst, dann ist es ratsam ihn alle paar Tage zu wenden, bzw. umzuschichten.  Je öfter du das machst um so eher ist dein Kompost gebrauchsfertig.

Wem das also zu lange dauert,

… der hat die Möglichkeit, den ganzen Prozeß ein weinig zu beschleunigen. Dazu benötigt man idealer Weise einen Häcksler, den man in jedem Gartencenter käuflich erwerben, manchmal auch ausleihen kann. ( Es geht aber zur Not auch mit einer Garten- oder Heckenschere) Damit wird nun alles zerkleinert. Je mehr Angriffsflächen (kleingeschnittenes Kompostmaterial) für die Bakterien und Bodenwürmer zur Verfügung stehen, um so schneller ist der Kompost fertig.

Ebenso beschleunigt es den Prozeß, wenn man den Haufen dann noch wöchentlich umschichtet, d.h. das obere nach unten, das untere nach oben. Wichtig ist auch, wie oben schon angedeutet, wenn dein Komposthaufen keinen “Deckel” hat, dass man ihn z. B. mit einer gelöcherten Plane oder ähnlichem abdeckt, damit er nicht so schnell austrocknet.

Das Thema “Kompost” ist soooo vielseitig, so dass ich hier nur kurz die Grundzüge erklären kann, denn es würde den Rahmen dieser Seite sprengen. Für alle, die mehr zu diesem Thema wissen möchten, lohnt es sich wirklich, sich gute Literatur zu besorgen. Ein paar Titel findet ihr hier: Interessante Bücher zum Thema.

Was gehört in den Kompost ??

Nun, was gehört alles auf den Kompost? Pauschal gesagt, alles was in deiner Küche, in deinem Garten an organischen Abfällen so anfällt. Das wäre z.B.:

Küchenabfälle, (roh, nicht gegart) wie z.B. Kartoffelschalen, Gemüseabfälle, Eierschalen (am besten zerdrück), Kaffeefilter, Teefilter, Obstreste und noch vieles mehr. Ebenso, alles was in deinem Garten an Abfällen anfällt wie z.B. Äste, Sträucher, Unkraut, Blumen und Pflanzenreste. Tier- und Menschenhaare kann man auch auf den Komposthaufen geben. Hin und wieder darf’s auch mal ein Gläschen Bier sein. Auch das tut dem Kompost gut! 😉

Bei Laub ist zu beachten: Es gibt einige Sorten, die recht schwer verrotten, wie Eiche, Kastanie, Kakazien, Birke, und  Pappeln. Bei der Kompostierung von diesen Blättern wird Gerbsäure frei gesetzt, welche den Kompost “sauer” macht. Hier ist es ratsam, dann Kalk und Tonmineralien zuzugeben. 

Aber auch Stallmist von deinem Haustier tut seinen Dienst und ist für jeden Komposthaufen eine Bereicherung.

Ja, sogar Holz lässt sich kompostieren. Hier ist gemeint … Sägespäne, Sägemehl, Holzwolle, kleingehäckseltes Holz und auch Holzasche. Sie allesamt sind hervorragend für unseren Kompost geeignet und liefern Kali.

… und was sollte besser nicht hinein ??

Einige Bücher schreiben, dass auch Fleisch- und Fischabfälle auf den Kompost können, aber ich rate davon ab und ich finde es auch ehrlich gesagt, ekelig. Dazu kommt, dass genau “das”  dann auch Ratten und Ungeziefer anlockt und die will kaum einer im Garten haben … “smile” Ebenso gehören auch gekochte Lebensmittel nicht auf den Kompost, auch das lockt Ratten und Ungeziefer an.

Glas, Metall, Öl, Altöl, Verpackungen, Kunststoff, Milchtüten, Windeln, Chemikalien aller Art, Batterien, ebenso Kohlen-/und Zigarettenasche und -Kippen gehören einfach nicht auf den Kompost.

All diese Dinge verrotten ganz schwer und mal ehrlich … willst du Tomaten & Co essen, wenn du vorher dein Altöl im Kompost entsorgt hast, wo du dann anschließend mit dieser Komposterde dein Gemüse auf dem Balkon düngst?? Bestimmt nicht, oder? 🙂

Verschiedene Kompostbehälter oder Behälter für die Wurmkompostierung auf dem Balkon.