Kartoffelernte

Kartoffeln im Kübel – Teil 2

Weiter geht es mit Teil 2 - Kartoffeln im Kübel

Im 2. Teil geht es nun um die nachfolgenden Themen: Kartoffeln vorkeimen * Idealer Standort * Einpflanzen & Pflege während des Wachstums * Kartoffel-Ernte – Dieser Blogbeitrag baut auf Teil 1 – Kartoffeln im Kübel auf. 

Kartoffeln vorkeimen

Um den Wachstumsprozess ein wenig zu beschleunigen, hat es sich bewährt, die Pflanzkartoffeln im Haus vorkeimen zu lassen. Anfang bis Mitte März können sie an einem hellen, aber kühlen Ort in der Wohnung aufgestellt werden. 

Kartoffeln vorkeimen

Dazu eignet sich hervorragend eine leere Eierverpackung aus Pappe. Jede Kartoffel wird einzeln in eine Vertiefung gelegt mit dem “Auge” nach oben ausgerichtet.. Dadurch kannst du ein wenig „vorarbeiten“ und sie dann Mitte Mai nach draußen in die Erde setzen. Kartoffeln sind nicht frostfest, daher immer darauf achten, dass keine Nachtfröste mehr zu erwarten sind, wenn sie draußen eingepflanzt werden. 

Pflanzenerde & Dünger

Für deine Kartoffeln solltest du wirklich eine hochwertige Pflanzenerde verwenden. Schau, wenn du dir schon die ganze Arbeit machst und deine Kartoffeln ja auch ernten und verzehren willst, so sollte es dir wichtig sein, eine gute Erde zu verwenden, ebenso einen guten organischen Dünger.

Ich persönlich stelle meine Pflanzenerde inzwischen selbst her, ebenso organischen Dünger in Form von Wurmhumus. Diesen mische ich unter die Erde, die ich verwenden möchte und mit der Zugabe von Wurmkompost bin ich auch nicht gerade sparsam, denn ein Überdüngen ist dadurch nicht möglich. 

Wer sich für die Herstellung von Wurmhumus/Wurmkompost interessiert, findet viele Infos dazu in meiner Broschüre: „Wurmhumus auf dem Balkon produzieren“. Dort ist das ganze Prozedere Schritt für Schritt beschrieben.

Es gibt aber auch die Möglichkeit, fertigen Wurmhumus zu kaufen, wenn keine Möglichkeit besteht, ihn selbst herzustellen. Die besten Erfahrungen habe ich mit TerraVerm Wurmhumus gemacht, bevor ich meine Eigenproduktion gestartet habe und kann ihn daher guten Gewissens, empfehlen.

Ich verwende für meine Kartoffeln ausschließlich Wurmkompost zum Düngen. Später, wenn während der Wachstumsphase wieder Erde hinzugegeben wird, wird auch dieser Pflanzenerde stets reichlich Wurmkompost beigemischt, sodass dadurch keine zusätzliche Düngung mehr notwendig ist.

Wenn du keinen Kompost verwenden willst, dann nutze einen handelsüblichen, guten organischen Dünger.

Erde für Kartoffeln
Abb. © Amazon

Einfacher und bequemer ist fertige Pflanzenerde speziell für Kartoffeln. – Hierbei handelt es sich um eine spezielle Bio-Kartoffelerde, welche für den ökologischen Anbau von Speise- und Süßkartoffeln entwickelt wurde. Der organisch-mineralische Dünger sorgt für ein gesundes Wachstum der Kartoffelpflanzen und reiche Ernte. Gesiebter Grünschnittkompost belebt die Erde und erhöht die Nährstoffverfügbarkeit. Reiner Quarzsand sorgt für die Drainage, während Bio-Holzfaser die Wurzelbelüftung unterstützt. Diese Bio-Spezialerde ist sowohl für das Gartenbeet als auch für den Anbau im Gefäß geeignet.

Idealer Standort

Ich persönlich habe die Erfahrung gemacht, dass Kartoffeln wirklich am besten an einem vollsonnigen Standort gedeihen. Es funktioniert aber auch an einem halbschattigen Standort, wenn du deinen Kartoffeln den Platz mit der meisten Sonnenbestrahlung gönnst.

Je mehr Sonne, umso besser für deine Ernte. Bei zu wenig Sonne, schießt dir u. U. das Kartoffelkraut schnell in die Höhe. Zudem sollte der Standort auch nicht allzu viel Zugluft bekommen, von daher schaue nach einem geschützten Standplatz.

Einpflanzen & Pflege während des Wachstums

Gepflanzt werden die Kartoffeln ab ca. Mitte Mai, nach den Eisheiligen, wenn keine Nachtfröste mehr zu erwarten sind. 

Unabhängig davon, welchen Pflanzbehälter du nutzt, (Tipps dazu findest du in Teil 1) ist die Handhabung immer gleich. Zunächst ist es wichtig, dass das Gießwasser immer ablaufen kann, von daher, ggf. unten eine Schicht Kies, Blähton, etc. einfüllen um Staunässe zu verhindern.

Anschließend füllst du eine ca. 10 – 15 cm hohe, humusreiche Pflanzenerde in den Behälter. Je nach Größe deines Gefäßes kommen auf die Erde nun 3 – 4 vorgekeimte Kartoffeln im Abstand von etwa 10 cm. Wenn du den  Paul Potato nutzt, kommt in jede Öffnung eine Saatkartoffeln hinein, oben auf der höchsten Ebene, kannst du 4 Saatkartoffeln einsetzen. 

Die Keime müssen nach oben ausgerichtet sein. Anschließend bedeckst du die Saatkartoffeln samt den Keimen mit Pflanzenerde, sodass alles ca. 5 – 10 cm unter der Erde ist. Ein wenig angießen und dann warten, bis die ersten Triebe nach einiger Zeit durch die Erdoberfläche dringen.

Regelmäßig gießen, das ist wichtig! Aber auch nicht zu viel, man muss das ein bisschen abwägen und aus dem Gefühl heraus abschätzen.

Sobald die Triebe wieder ca. 5 – 10 cm in die Höhe gewachsen sind, werden sie erneut mit weiterer Pflanzenerde bedeckt, sodass wieder  alles etwa 5 – 10 cm unter der Erdoberfläche ist. So verfährst du weiter, bis der Pflanzbehälter gefüllt ist.

Von nun an wird nur regelmäßig gegossen und von Zeit zu Zeit ein wenig gedüngt, falls du herkömmliche Pflanzenerde verwendest und diese nicht mit Humus aufgebessert wurde.

Gerade dann, wenn die Kartoffelpflanzen anfangen zu blühen, dürfen sie nicht austrocknen, denn das ist der Zeitpunkt, wo die Kartoffelknollen anfangen zu wachsen.

Kartoffel-Ernte

Sobald das Kartoffelkraut anfängt zu vergilben und abstirbt, ab diesem Zeitpunkt kann die Kartoffelernte beginnen. Lasse die Kartoffeln aber ruhig noch ein paar Tage ruhen, sie wachsen noch ein wenig weiter. Das Kraut kann an der Pflanze bleiben, auch wenn es vergilbt ist. Nach ein paar Ruhetagen kannst du dann deine ersten Kartoffeln ernten.

In diesem Stadium ist natürlich die Topf-in-Topf-Variante (Infos dazu ebenso in Teil 1) eine hervorragende und auch sehr einfache Lösung, denn du brauchst nur den Innenbehälter herausnehmen und siehst sofort, wie weit deine Knollen gewachsen sind. Sobald diese erntereif sind, entnimmst du die Menge der Kartoffeln, die du benötigst und stellst den Rest wieder in den Behälter zurück, bis du erneut ernten möchtest.

Sollten du einen Kübel oder eine Pflanztasche verwenden, musst du nun nach den Kartoffeln buddeln. Falls alle Kartoffeln auf einmal geerntet werden sollen, kannst du den Behälter einfach umkippen und anschließend die Kartoffeln entnehmen. Wenn du aber nur einen Teil verwenden möchtest, dann bitte ganz vorsichtig vorgehen, damit die noch verbleibenden Kartoffeln nicht beschädigt werden und weiterwachsen können.

Wichtiger Hinweis:

Ganz, ganz wichtig ist: Die Kartoffel ist ein Nachtschattengewächs. Unabhängig davon, welche Kartoffelsorte du auf deinem Balkon oder deiner Terrasse anbaust, bei allen Sorten ist alles, außer der Kartoffelknolle, giftig!

Es darf nur die Knolle für die Zubereitung von Speisen verwendet werden!

Und nun noch ein recht einfaches, schnelles Rezept

Gebackene Ofenkartoffeln mit Schnittlauch-Soße

FolienkartoffelDu benötigst:

  • 4- 5 große Kartoffeln
  • 250 ml Sauerrahm oder Joghurt
  • 250 g Frischkäse
  • Schnittlauch
  • 1 EL Senf
  • Salz, Pfeffer

Den Backofen auf 200 Grad vorheizen, und die gründlich gewaschenen Kartoffeln, eingewickelt in Alufolie für etwa 1 Stunde backen.

In der Zwischenzeit kannst du die Soße zubereiten. Schnittlauch gründlich waschen und klein schneiden. Den Sauerrahm oder Joghurt, Frischkäse, Senf, Salz und Pfeffer gut vermengen und zum Schluss den Schnittlauch hinzugeben, abschmecken.

Sobald die Ofenkartoffeln gar sind, auf einen Teller geben, die Folie oben öffnen und die Kartoffeln jeweils in der Mitte einschneiden. Anschließend die Schnittlauchsoße auf die Kartoffeln geben.

Diese Schnittlauchsoße schmeckt auch sehr gut zu Pellkartoffeln. Dazu einen grünen oder gemischten Salat gereicht, hast du eine schnelle, köstliche Mahlzeit.  

Pellkartoffeln lassen sich in der Mikrowelle übrigens sehr schnell zubereiten: Gleich große, gewaschene und gut abgetropfte Kartoffeln in einen Mikrowellenbehälter geben und mit einem “lose” aufliegendem Deckel verschließen. Nun 5 Minuten auf 600 Watt garen, anschließend einmal die Kartoffeln wenden und erneut noch einmal 5 Minuten bei 600 Watt garen. Danach müssen sie ca. 4 – 5 Minuten im noch geschlossenen Behälter nachgaren. Mit kaltem Wasser kurz abschrecken, damit man sie besser pellen kann und fertig sind sie.

Weiter geht es mit Teil 3 dieser Reihe - dann geht es um Krankheiten bei Kartoffel-Pflanzen